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Türkische Gemeinde in Deutschland e.V.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland ist ein bundesweiter Dachverband säkularer Vereine und Verbände aus dem türkeistämmigen Spektrum.

Die Angebote und Aktivitäten der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) gehen über die klassischen Betätigungsfelder einer politischen Interessenvertretung hinaus. Der Verband engagiert sich insbesondere für die Qualifizierung von Migrantenorganisationen, die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und die Verbesserung der Bildungssituation von Benachteiligten.

Bei Ihrer Arbeit kann die TGD auf das ehrenamtliche Potential und fachliche Know-how ihrer migrantischen Mitgliedsorganisationen, die seit Jahren multiethnische, haupt-und ehrenamtliche Beratung (von geflüchteten Menschen) leisten, aufbauen.

In den beiden Programmen der TGD MeinLand – Zeit für Zukunft und MeinLand – Zeit für Zukunft –JEF vernetzen sich auf lokaler Ebene Migrantenorganisationen mit kommunalen Einrichtungen, Schulen, Institutionen der kulturellen Bildung und anderen Akteuren aus Bürgergesellschaft, Staat und Wirtschaft zu Bündnissen für Bildung. Diese Bündnisse nutzen unterschiedliche Angebote der Biografiearbeit zur außerschulischen kulturellen Bildung und passen diese an ihre lokalen Gegebenheiten an.

Um einen Antrag in einem der beiden Programme stellen zu können, müssen Sie nicht Mitglied in der TGD oder in einer ihrer Mitgliedsorganisationen sein.

Programm 1: MeinLand – Zeit für Zukunft

MeinLand – Zeit für Zukunft wendet sich an bildungsbenachteiligte Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund im Alter von 14 bis 18 Jahren, die in mindestens einer sozialen, finanziellen oder kulturellen Risikolage aufwachsen, die ihre Bildungschancen schmälert.

Die TGD bietet drei Workshop-Formate als Maßnahmen an, die von lokal aktiven Bündnissen für Bildung beantragt und realisiert werden können (siehe Maßnahmebeschreibungen).

Alle eingesetzten Angebote der außerschulischen kulturellen Bildung sollen der Kompetenzförderung der Jugendlichen dienen, aber auch die öffentliche Wahrnehmung für das bürgerschaftliche Engagement aller Bündnispartner erhöhen und Bewusstsein für die Bedeutsamkeit von Migrationsgeschichte(n) schaffen.

Das kann mit Jugendlichen besonders gut gelingen, wenn die Darstellung kultureller Differenz und Vielfalt mit Geschichten von und über Menschen und ihre "Wahlheimat" im Zentrum steht.

Ziel ist die Entwicklung von Handlungskompetenz für die außer- und nachschulische Lebenswelt insbesondere durch Stärkung der Fach-, Sozial- und Selbstkompetenz der Jugendlichen. Dabei stehen die Entwicklung praktischer Medienkompetenz, die Stärkung von Selbstständigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstvertrauen und Selbstmotivation und die Förderung des team- und outputorientierten Arbeitens mit neuen Medien im Vordergrund.

Darüber hinaus soll eine emotionale Anbindung der Jugendlichen an die jeweilige Kunst- und Kultureinrichtung geschaffen werden.

MeinLand – Zeit für Zukunft dient dabei als Scharnier zwischen Bevölkerungsgruppen mit und ohne Migrationshintergrund. Im Einzelnen werden die Jugendlichen in diesen Feldern gefördert:

  1. Methodenkompetenz: Die Jugendlichen erlernen den Umgang mit audiovisuellen Medien. Sie lernen Interviewtechnik und technische Rahmenbedingungen (Hardware, Multimediasoftware, Schnitt, Nachvertonung) kennen und präsentieren ihre Ergebnisse live und im Netz.
  1. Medienkompetenz: Die Kritikfähigkeit im Umgang mit Bildern und Texten aus dem Internet, Zeitungen oder sonstigen Medien wird geübt. Die Jugendlichen sollen die Medien für die eigenen sozialen Interessen nutzen. Die Analyse von Quellen und deren Beurteilung sind Gegenstand der Recherche.
  1. Narrative Kompetenz: Jugendliche lernen selbständig geschichtliche Erzählungen und Strukturen darzustellen. Sie erarbeiten ein von ihnen gewähltes Thema und erstellen, verantworten und präsentieren ein eigenes Produkt. Die multimediale Umsetzung der subjektiven Erzählungen von Zeitzeugen ist mit der Entwicklung von Urteilskompetenz verbunden. Die Jugendlichen erkennen, dass die Erzählungen nicht einfach „wahre Geschichtsschreibung“ repräsentieren, sondern dass diese immer aus einer persönlichen Perspektive heraus erfolgen.
  1. Kommunikationskompetenz: Jugendliche erproben partnerschaftliches Arbeiten und denken sich in die Erfahrungswelt älterer Personen hinein, wenn sie deren Erinnerungsgeschichten vor- und aufbereiten. Das Projekt fördert den Generationendialog und trägt zur Entwicklung von Empathie und damit in einem sehr umfassenden Sinne zur Wertschätzung von Diversität bei.

Die Workshops liefern klar benennbare quantitative und qualitative Ergebnisse und tragen dazu bei, dass der Fokus nicht auf Defizite sondern auf nutzbare Ressourcen aller Beteiligten gerichtet wird. Das Projekt basiert auf der expliziten Wertschätzung von Diversität und ist ein wichtiger Beitrag zur Förderung von Inklusion und Anerkennungskultur.

Antragsverfahren 1: MeinLand – Zeit für Zukunft (zweistufig)

Für die von den Bündnissen zu konzipierenden Projektmaßnahmen werden drei Workshop-Formate als Maßnahmen angeboten, die jedoch individuell gestaltet werden können (siehe Maßnahmebeschreibungen).

»MeinLand – Zeit für Zukunft« wird noch bis Ende 2017 fortgeführt. Aktuell steht kein Ausschreibungstermin fest. Allerdings sind Bewerbungen um Fördermittel aus folgenden Bundesländern grundsätzlich möglich:

Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Informieren Sie sich und rufen Sie anschließend an – wir beraten Sie gerne!

Zögern Sie nicht nachzufragen, wenn Sie einzelne Punkte vor der Antragstellung klären möchten.

In der ersten Stufe bewerben sich lokale Bündnisse mit einer kurzen aber aussagekräftigen Interessenbekundung (Projektskizze und einer Kostenkalkulation). Die TGD stellt den Antragstellern dazu im Downloadbereich der jeweiligen Maßnahmebeschreibung die entsprechenden Formulare und unterstützenden Informationen zur Verfügung.

Diese Anträge werden zunächst nach einer Prüfung in der TGD von einer Expertenjury begutachtet und ausgewählt.

Nach positivem Juryentscheid erfolgt die zweite Stufe des Antragsverfahrens. Die erfolgreichen Antragssteller werden gebeten, einen förmlichen Antrag über die Förderdatenbank abzugeben. 

Informationen zu dem Programm 2: "MeinLand - Zeit für Zukunft - JEF" (junge erwachsene Flüchtlinge) finden Sie auf dieser Seite ab dem 01.09.2016.

Maßnahmebeschreibungen